Endlich ein festes Einkommen - nb vom 16.2.2011

Sabine SchrodetzkiVon Martina Jurk, Neue Braunschweiger vom 16.2.2011

Sabine Schrodetzki suchte für die Zeit der Kinderbetreuung eine Beschäftigung und fand sie.
Ihr fünfjähriger Sohn geht in den Kindergarten. Vier Stunden vormittags. „Einen Job für diesen Zeitraum zu finden, ist fast aussichtslos", sagt Sabine Schrodetzki. Aber die 41-Jährige hat ihn gefunden. Sie ist seit diesem Monat bei der Dienstleistungsgenossenschaft Wir eG fest angestellt.

Montagmorgen, 8.30 Uhr. Familie Riemer (Name von der Redaktion geändert) wartet schon auf Sabine Schrodetzki und die Reinigung ihrer 100-Quadratmeter-Wohnung. Fünf Zimmer, Küche, Bad, Flur, da ist eine Menge zu tun. Die Wir-eG-Mitarbeiterin kommt ins Schwitzen. „Es ist nicht unbedingt das, was man einen Traumjob nennt", gesteht Sabine Schrodetzki.

Für die Zeit der Kinderbetreuung habe sie eine Beschäftigung gesucht und sei über eine Freundin zur Wir eG gekommen. „Nach einem Gespräch mit dem Vorstand hatte ich am nächsten Tag einen Job", erzählt sie. Erstmal als Minijob. „Das war schon komisch am Anfang. Ich habe noch nie bei anderen Leuten geputzt", sagt Schrodetzki. Jetzt nach vier Monaten hat sie insgesamt fünf Kunden und ist jeden Tag drei Stunden lang beschäftigt.
So wie bei Familie Riemer. Das Ehepaar, beide um die 70, hatten sich zu einer Haushaltshilfe „von außen" entschlossen. „Ein enormer Wachstumsmarkt. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Nachfrage nach haushaltsnaher Dienstleistung steigen", ist Wir-eG-Vorstandsfrau Jutta Jetzke überzeugt.
Zuverlässige und vertrauenswürdige Mitarbeiter seien dabei das A und O. Sabine Schrodetzki ist so eine. „Ich hoffe, dass sie uns noch lange erhalten bleibt", meint Frau Riemer. „Mein Mann ist auf die Idee gekommen. Er sagte, dass die Wir eG eine gute Sache ist, und dass man das unterstützen müsse."
Und so wurde Herr Riemer Mitglied der Genossenschaft und gleichzeitig Kunde. „Vieles kann man in Selbsthilfe machen, ohne dass immer Vater Staat dafür aufkommen muss. Ich bin aber der Meinung, dass Arbeit vernünftig bezahlt werden muss. Das Ziel der Wir eG, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu schaffen, kam mir da sehr entgegen", begründet der Industrieingenieur im Ruhestand seine Entscheidung.
Jeden zweiten Montag ist Sabine Schrodetzki bei Riemers zum Großputz. Gründlich Staub wischen, auch auf den Schrankdächern, Türen, Lampen, Jalousien, Heizkörper, Fußböden. Für einen kleinen, netten Plausch mit Riemers bleibt trotzdem Zeit. „Ihr Enkelkind ist so alt wie mein Sohn. Da gibt es immer etwas zu erzählen", sagt Schrodetzki. Der Vorstand der Genossenschaft achte darauf, dass Kunden und Mitarbeiter gut zueinander passen.
Die zweifache Mutter ist froh, ein geregeltes Einkommen zu haben. „Ich kann mir vorstellen, dass das etwas auf Dauer ist. Vielleicht nicht nur zu putzen, sondern auch andere Dienstleistungen wie Begleitservice zu machen." Und da gibt es eine Menge Möglichkeiten bei der Wir eG...

Service:
Wir eG: regionale Genossenschaft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen. Angeboten werden alle Tätigkeiten, die Menschen in Haus, Hof und Garten früher selbst verrichtet haben – von Haushaltsreinigung und Grundstücksbetreuung über Seniorenservice, Hilfe bei Behördengängen, Maler- und Reparaturarbeiten bis zu Gartenarbeiten.
Kontakt: Am Fallersleber Tore 9, 38100 Braunschweig, Telefon: 1 29 49 55, Internet:
www.wir-eg-bs.de